2022/05/17 by Hahn, Matthias
#FOS: Languages and literature #Raumstrukturen #Sprechgeschwindigkeit #Verschleifungen
paper · doi:10.57712/2021-10
Die Berliner/innen sprechen alle schnell, die Schweizer/innen langsam (und die Berner/innen erst!!). In Hannover spricht man klar und deutlich, in Sachsen wird genuschelt und die Norddeutschen (vonne waterkant) sind eben sehr einsilbig. Solche und weitere subjektive Alltagstheorien bestehen zuhauf und sind immer wieder Grundlage für (regionalsprachliche) Abgrenzungsversuche zu den „Anderen“. Oft wird dabei auch auf gängige (oder manchmal sogar nur ad hoc gebildete?) Stereotype zurückgegriffen, bei denen diese Andersartigkeit der Anderen auf ihre spezielle Art zu sprechen zurückgeführt werden soll. Aber stimmen solche Annahmen? Gibt es überhaupt Regionen, in denen nachweislich schneller oder langsamer gesprochen wird? Und gibt es wirklich Regionen, in denen die Leute stärker „nuscheln“ und verschliffener sprechen als andere? Und müsste das dann nicht auch zusammenhängen, müssten nicht die Schnellsprecher/innen auch automatisch verschliffener sprechen?