2026/02/06 by Annelen Brunner, Gabriele Diewald, Sandra Hansen +2 · 2 voices
Arts and Humanities · Social Sciences · #Linguistic Education and Pedagogy #Linguistic Variation and Morphology #Linguistic research and analysis
paper · doi:10.1515/9783112240151
openalex publication_date 2026/02/06 · openalex created_date 2026/02/08 · openalex updated_date 2026/07/23
Dass Sprache einem permanenten Wandel unterliegt, gilt in der Forschung als unbestritten. Sichtbar werden größere Entwicklungslinien jedoch meist erst im längeren zeitlichen Abstand. Untersuchungen zu jüngeren Wandelphänomenen stehen daher vor der Herausforderung, Variation und situativen Gebrauch von tatsächlichen Veränderungen abzugrenzen. Auch unterscheidet sich die Erforschung neuerer Entwicklungen grundlegend von der früherer Sprachstufen: Produktions- und Kommunikationsbedingungen haben sich durch Technologien so verändert, dass Innovationen sich anders und schneller verbreiten. Neue Korpora nicht-professioneller schriftlicher und gesprochener Sprachverwendung bieten ein breiteres Bild der Sprachwirklichkeit und Befragungen eröffnen Zugänge zu Datentypen, die für ältere Sprachstufen nicht vorliegen. Mit wachsender Orientierung an Reproduzierbarkeit und nachhaltiger Archivierung werden auch bei synchronen Daten Grundlagen für künftige diachrone Analysen geschaffen. Der Band bietet Einblicke in aktuelle deskriptive, theoretische und methodische Arbeiten zur Sprachwandelforschung in den deutschen Varietäten der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit. Schwerpunkte bilden u.a. Untersuchungen zu übergreifenden Linien des Sprachwandels, Datenquellen und methodische Zugänge, gegenwartssprachliche Reflexe historischen Wandels sowie theoretische Modellierungen von Wandelprozessen.