2000/01/01 by Heinz-Herbert Noll, Noll, Heinz-Herbert, Stefan Weick +1
Social Sciences · #Angst #Bevölkerung #Bundesrepublik Deutschland #Crime Patterns and Interventions #Criminal Law and Policy #Einstellung #Federal Republic of Germany #Kriminalität #Kriminalpolitik #Lebensqualität #New Federal States #Wahrnehmung #alte Bundesländer #anxiety #attitude #criminal justice policy #criminality #domestic security #innere Sicherheit #neue Bundesländer #old federal states #perception #population #quality of life
paper · pdf · doi:10.15464/isi.23.2000.1-5
openalex publication_date 2000/01/01 · openalex created_date 2025/10/10 · openalex updated_date 2026/08/04
Die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit stellt eine wesentliche Komponente der individuellen Wohlfahrt sowie der gesellschaftlichen Lebensqualität dar. Aus der Sicht der Bürger genießen die öffentliche Sicherheit und der Schutz vor Kriminalität daher im Vergleich zu anderen Aspekten der Lebensverhältnisse einen hohen Stellenwert: 1998 sehen 58 Prozent der Westdeutschen und 68 Prozent der Ostdeutschen den Schutz vor Kriminalität als 'sehr wichtig' an. In Ostdeutschland steht der Schutz vor Kriminalität damit an sechster und in Westdeutschland sogar an vierter Stelle in der Rangfolge der Wichtigkeit von Lebensbereichen, in Westdeutschland noch vor der Arbeit und dem Einkommen. Im folgenden werden zwei Aspekte der öffentlichen Sicherheit behandelt, die faktische Kriminalitätsbelastung und die daraus resultierende 'objektive' Beeinträchtigung der öffentlichen Sicherheit auf der einen Seite und die subjektive Wahrnehmung und Bewertung der persönlichen Sicherheit auf der anderen Seite. Ängste und Besorgnisse, Gefühle der Bedrohung und Unsicherheit in der Bevölkerung sind als Maßstab für die Gewährleistung oder Beeinträchtigung der öffentlichen Sicherheit nicht weniger bedeutsam als Zahlen über Delikte und Opfer von Verbrechen. Es wird daher zunächst anhand von Daten der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) die faktische Kriminalitätsentwicklung in den alten und neuen Bundesländern grob skizziert und daran anschließend detaillierter untersucht, wie die Bundesbürger in Ost und West die Situation subjektiv empfinden und beurteilen. Diese Analyse stützt sich auf die Daten der Wohlfahrtssurveys insbesondere die der Jahre 1998 und 1993.