2024/08/07 by Schulz-Tomančok, Andreas, Wilhelm, Claudia
paper · doi:10.60764/medienjournal-bwtf-he64
<jats:p>Anti-genderistische Kommunikation in sozialen Medien ist zu einem relevanten Teil der diskursiven Metastrategie von europäischen Rechtspopulist:innen geworden. Aufgrund der zunehmenden Regulierungsmaßnahmen der Plattformen gestalten sich die Verwendung von Hassreden subtiler und verschleierter. Dieser Artikel konzentriert sich auf die Social Media-Kommunikation von Akteur:innen in Deutschland und analysiert sowohl die Verwendung von inziviler und hasserfüllter Sprache auf der Posting-Ebene als auch die Reaktionen von Social-Media-Nutzer:innen in den Kommentaren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Frage, welche Posting-Attribute zustimmende oder ablehnende Reaktionen beeinflussen und ob in der aktuellen Anti-Gender-Kommunikation die COVID-19-Pandemie für den Diskurs relevant ist. Dazu wurden öffentliche Facebook- und Twitter-Beiträge von elf politischen und zivilgesellschaftlichen Akteur:innen in Deutschland im Zeitraum von 2018 bis 2021 im Hinblick auf verschiedene Anti-Gender-Themen und den Einsatz von Hassrede analysiert. Anschließend wurden Postings nach Themen ausgewählt, um eine qualitative Analyse der 100 Top-Nutzer:innenkommentare durchzuführen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die zustimmende oder ablehnende Reaktionen der Nutzer:innen weniger durch die Art der Hassrede, sondern vielmehr durch thematische Merkmale ausgelöst wird.</jats:p>