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Rassenparadigma und Sozialhygiene in Gerhard Mackenroths wissenschaftlichen Arbeiten und Vorlesungen der Jahre 1933-1943

2006/01/01 by Patrick Henßler, Henßler, Patrick
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paper · pdf · doi:10.12759/hsr.31.2006.4.101-130

openalex publication_date 2006/01/01 · openalex created_date 2025/10/10 · openalex updated_date 2026/07/28

Abstract

Der Ökonom und Soziologe Gerhard Mackenroth ist in erster Linie wegen seiner 1953 veröffentlichten soziologischen 'Bevölkerungslehre' und der so genannten 'Mackenroth-Formel' bekannt, die in der Diskussion über die Zukunft der Renten in Deutschland eine Renaissance erlebt. Über die Anfänge seiner wissenschaftlichen Laufbahn in den Jahren 1932-1943 war bisher nur sehr wenig bekannt. Mackenroths Hochschullaufbahn beginnt 1932 an der Philipps-Universität Marburg. Mit den Nationalsozialisten sympathisierend führt ihn sein Karriereweg 1934 an die Christian-Albrechts-Universität Kiel und schließlich 1941 bis 1943 an die Reichsuniversität Straßburg. Nach dem Entnazifizierungsverfahren nimmt er Ende 1945 die Lehrtätigkeit in Kiel wieder auf. Liegen seine Haupttätigkeitsfelder zwischen 1932 und 1943 auf den Gebieten der Volkswirtschaftslehre und der Statistik, so befasst er sich im Rahmen verschiedener Vorlesungen auch eingehend mit der Bevölkerungsthematik. Überlegungen zum Rassenparadigma und zur Rassenhygiene spielen dabei eine nicht unerhebliche Rolle. Die Kommentierung der so genannten 'Nürnberger Gesetze' im Rahmen einer Vorlesung zur 'Bevölkerungslehre' im Sommersemester 1942 ermöglicht einen Einblick in seine Sicht der Dinge und verdeutlicht, dass er eine negative Eugenik, im Sinne der Verhinderung der Fortpflanzung von 'Minderwertigen', befürwortet. Auch nach 1945 bleibt eine negative Eugenik für Mackenroth ein unabdingbares Mittel einer verantwortungsvollen Bevölkerungspolitik. Mit diesem Ergebnis der Untersuchung gelingt es die bisher gültige Annahme zu relativieren, Mackenroth sei durch die für sein wissenschaftliches Arbeiten grundlegende methodologische Trennung von Naturwissenschaft und Kulturwissenschaft immun gegen eine nationalsozialistische Instrumentalisierung gewesen.

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