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Das Kunstwerk als materiale Figura. Aspektivierung, Agency und Affordanz der Bronze im Fall des Lütticher Taufbeckens

2023/11/29 by Schlie, Heike

paper · doi:10.25536/20231002

Abstract

Die vorliegende Untersuchung will den materialikonologischen, kunsttheoretischen und im weitesten Sinne epistemologischen Status des Materials ‚Bronze‘ bzw. ‚Messing‘ für das Taufbecken fokussieren, welches 1104–1118 für die Kirche Notre-Dame-aux-Fonts in Lüttich nach dem Vorbild des Ehernen Meeres im Salomonischen Tempel gefertigt wurde und sich heute in der Stiftskirche St. Bartélemy befindet (s. u., Abb. 1). Allerdings geht es primär nicht um neue Deutungsvorschläge für dieses Werk, sondern um die Vorstellung eines methodischen Modells für eine Evaluierung des Materials für die Werkentstehung, Werkbedeutung, Werkwirkung, Werkrezeption usf. Der Beitrag wird sowohl der Affordanz als einem produktiven Faktor des Materials, seiner Agency im Werkkontext als auch einer Aspektivierung des Materials in Produktion und Rezeption anhand dieses Fallbeispiels nachgehen. Neben dem Ziel, das Modell der Aspektivierung für die Materialikonologie zu evaluieren, sollen insbesondere mit dem Material einhergehende technikikonologische Erwägungen zur Forschung über das Lütticher Taufbecken beigetragen werden. Dies betrifft insbesondere die Aspekte der Gusstechnik sowie der Fluidität der Bronze im Werkprozess, beides in Referenz zum Fluss des Taufwassers und zu Metaphern einer metallurgischen Liquefaktion des Christuskörpers. Von der typologischen Bedeutung des Lütticher Taufbeckens ausgehend wird darüber hinaus ausgeführt, welche Rolle dem Material für das „Kunstwerk als Figura“ nach Auerbach zuzuschreiben ist.

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