2025/03/11 by Goldbeck, Vibeke
Arts and Humanities · Social Sciences · #Ancient Mediterranean Archaeology and History #Classical Antiquity Studies #Historical and Religious Studies of Rome #Hochklassik #Klassik #Modus #Reicher Stil #Stilpluralismus #griechische Kunstgeschichte
paper · doi:10.34780/m5awb605
openalex publication_date 2025/03/11 · openalex created_date 2025/11/15 · openalex updated_date 2026/07/01
Der Reiche Stil ist eine Ausprägung der hochklassischen Kunst, die v. a. mit überreichen und teilweise artifiziellen Motiven eine Inszenierung des Körpers durch das Gewand anstrebt. Der chronologische Rahmen seines Vorkommens erstreckt sich von den mittleren 430er Jahren bis deutlich in das 4. Jh. v. Chr. hinein, sodass die gelegentlich vermutete unmittelbare Korrelation des Stils mit dem Peloponnesischen Krieg nicht plausibel ist. Auch die politische Interpretation unterschiedlicher Ausprägungen des Reichen Stils an den Skulpturenkomplexen der Akropolis ist abzulehnen. Zum einen, da diese Skulpturenkomplexe im Detail zu wenig präzise datiert sind, um die einzelnen Bestandteile zuverlässig aufeinander beziehen zu können, und zum anderen, weil sich nicht zuletzt an dem innerhalb von vier Jahren entstandenen Komplex der Skulpturen vom Asklepiostempel in Epidauros zeigt, dass Stilpluralismus auf kleinstem Raum und innerhalb derselben Werkstatt vorkommen konnte. Die unterschiedliche Ausprägung von Stil hängt eher von der ausführenden Person und semantischen Erwägungen ab als von der politischen Haltung der Auftraggeber. Zuletzt spricht sich der Beitrag dafür aus, die Blütezeit des Reichen Stils nicht durch eine Epochengrenze von der Zeit des Parthenon abzusetzen, weil es dazu aus kunstgeschichtlicher Perspektive keinen triftigen Grund gibt.