2025/01/01 by Tim Heinkelmann-Wild · 1 voice
Social Sciences · #Populism, Right-Wing Movements
paper · pdf · doi:10.5771/0946-7165-2025-1-6
openalex publication_date 2025/01/01 · openalex created_date 2025/10/10 · openalex updated_date 2026/07/03
Die Abkehr der USA von der Liberalen Internationalen Ordnung (LIO) und der sie stützenden Institutionen unter Donald Trump gilt als außergewöhnlich. Eine Überbetonung der Ausnahmeerscheinung birgt jedoch die Gefahr, wichtige Lehren aus der Vergangenheit zu übersehen. Dieser Beitrag plädiert für eine Perspektiv-Erweiterung auf das Phänomen des Rückzugs von Hegemonialmächten aus „ihren“ Ordnungen. Eine erste Erkundung basierend auf der Forschung zu Trump und einem originären Datensatz zur US-Abkehr von internationalen Organisationen und Abkommen 1945-2024 deutet darauf hin, dass (1) der Rückzug von Hegemonialmächten aus internationalen Institutionen die Regel und nicht die Ausnahme ist; (2) besonders solche Institutionen betroffen sind, welche sich der Kontrolle der Hegemonialmacht entziehen; und (3) ihr Schicksal in den Händen alternativer Anführer*innen liegt. Diese Ergebnisse liefern nicht nur die Grundlage für eine vielversprechende Forschungsagenda zum Verhältnis von Macht und internationaler Ordnung, sondern bergen auch wichtige Lehren für die Verfechter*innen der LIO.