vix.ing · top · new · best · stats · spec

Jugendgewalt – Skandalisierungskonzept und ideologische Kategorie

2009/01/01 by Johannes Stehr · 1 voice
Social Sciences · #Crime, Deviance, and Social Control #German legal, social, and political studies #Criminal Law and Policy

paper · doi:10.1007/978-3-531-91927-0_5

openalex publication_date 2009/01/01 · openalex created_date 2025/10/10 · openalex updated_date 2025/11/06

Abstract

Eine reflektierte soziologische Perspektive auf Jugendgewalt kommt nicht umhin, diesen Begriff auf seinen Status und seine Herkunft hin zu hinterfragen. Die schon einige Zeit existierende und immer noch anhaltende Aufregung über die Gewalt von Jugendlichen knüpft an die altbekannte Klage über die 'heutige Jugend ' an, die darüber lamentiert, dass die Jugend sich nicht mehr an die althergebrachte gesellschaftliche Ordnung halte und keine Moral mehr besitze Diese traditionsreiche Klage älterer Leute geht einher mit Verfallsszenarien und Untergangsstimmungen, in denen eine pessimistische Sicht über den Zustand und die Zukunft der Gesellschaft zum Tragen kommt. Die heute vor allem medial vermittelten Formeln, dass 'alles immer schlimmer' werde, dass insbesondere die Jugend 'immer gewalttätiger' und die Gewalt selbst 'immer mehr und brutaler ' werde und – als weitere Steigerung der Dramatik – die Gewalttäter ' immer jünger' werden, sind folglich alles andere als neu Dennoch erweist sich das Thema der Gewalt (und der Kriminalität) auch heute als besonders geeignet zur Skandalisierung von Störungen der gesellschaftlichen Ordnung, ist insbesondere die Rede von der Jugendgewalt eine dankbare Gelegenheit für neue Grenzziehungen im Verhältnis der Generationen, Geschlechter und Schichten/Klassen.

Discussions

Related