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Lettre International contra Sinn und Form. Über Geld und Regeln

2025/01/01 by Svenja Hagenhoff · 1 voice
Economics, Econometrics and Finance · Social Sciences · #European Monetary and Fiscal Policies #Global Economic and Social Development #Law and Political Science

paper · pdf · doi:10.1007/978-3-662-69735-1_7

openalex publication_date 2025/01/01 · openalex created_date 2025/10/10 · openalex updated_date 2026/06/13

Abstract

Zusammenfassung In demokratisch geprägten Gesellschaften gelten Literatur und Medien als wertvolle Güter der Öffentlichkeit, denen positive Auswirkungen für souveränes Handeln aufgeklärter Bürgerinnen und Bürger zugeschrieben werden. Aus diesem Grund können staatliche, demokratisch kontrollierte Eingriffe in die Ermöglichungsbedingungen und die Funktionsweise des Systems der öffentlichen literarischen Kommunikation legitimiert sein. Die Buchpreisbindung (z. B. BRD, Österreich) oder der reduzierte Mehrwertsteuersatz für Schriftmedien (z. B. BRD, Österreich, Schweiz) sind Beispiele für stützende Eingriffe in das ansonsten freie Marktgeschehen. Als besonders schwerwiegender und auch hürdenreicher Eingriff in Medienmärkte gilt in Deutschland die direkte Subvention, also das Bereitstellen von Steuergeldern, was z. B. in der Filmförderung auf Basis eines eigenen Gesetzes praktiziert wird. Diese Studie untersucht am Beispiel des Falls der Zeitschriften Lettre International und Sinn und Form die finanziellen Ermöglichungs- und Gelingensbedingungen der literarischen Kommunikation im periodischen Medium der Literatur- und Kulturzeitschrift. Ausgangspunkt der Analyse ist ein Konflikt um die Legitimität oder Nicht-Legitimität von Corona-Hilfen. Darauf aufbauend stellt sich die grundsätzliche Frage danach, wie mediale Artefakte der literarischen Kommunikation finanziert werden und mit welcher Begründung Steuergelder zum Einsatz kommen oder nicht. Die Fallstudie zeigt, wie finanzielle Regulierungen darauf wirken, ob spezifische Formen literarischer Öffentlichkeit überhaupt hergestellt werden können. Dabei wird deutlich, dass eine differenzierte wissenschaftliche sowie auch gesellschaftliche Diskussion um die (bundesrepublikanische) Praxis der finanziellen Förderung bisher kaum stattgefunden haben.

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