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In der Schwebe. Markt, Staat und Wettbewerb in Deutschland zwischen 1918 und 1948

2021/08/01 by Franz Hederer, Kim Christian Priemel
Biochemistry, Genetics and Molecular Biology · Economics, Econometrics and Finance · Social Sciences · #Economic and Business Studies #Environmental Science and Technology #European history and politics

paper · pdf · doi:10.1515/hzhz-2021-0023

openalex publication_date 2021/08/01 · openalex created_date 2025/10/10 · openalex updated_date 2026/07/29

Abstract

Zusammenfassung Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts ist gerade in Deutschland von markanten politischen und ideologischen Brüchen gekennzeichnet, die sich tief in das kollektive Gedächtnis eingegraben haben, ohne aber unsere Wahrnehmung von Ökonomie und Staat im gleichen Zeitraum nachhaltig zu prägen. In vorliegendem Beitrag wird für einen Perspektivwechsel plädiert, um mittelfristig persistente Strukturen in den Debatten um das vermeintlich richtige Verhältnis von Markt, Staat und Wettbewerb freizulegen. Erkennbar werden so die Konturen einer „unausgetragenen“ Wirtschaftsordnung, um deren Ausrichtung zwischen den 1910er Jahren und den späten 1940ern erbittert gerungen wurde, und die doch stets in der Schwebe blieb. Die zeitgenössischen Kontroversen lassen sich als Suche nach einem kohärenten Prinzip interpretieren, die erst in der frühen Bundesrepublik ihren einstweiligen Abschluss fand. Denn die zunächst ambitionierten, dann pragmatischen Versuche in der Weimarer Republik, die Beziehungen der privaten Marktakteure zueinander und zum Gemeinwesen auf eine neue Grundlage zu stellen, vermochten im Spannungsfeld von ökonomischen Problemen und tagespolitischen Nöten nur eine fragile, beständig herausgeforderte Struktur auszuformen. Die Lösungsansätze dieses wirtschafts- und verfassungsrechtlichen Ordnungsproblems, das durch die Delegitimierung des klassisch-liberalen wie des zwangswirtschaftlichen Paradigmas infolge des Ersten Weltkrieges aufgeworfen worden war, blieben somit bis in die zweite Nachkriegszeit nur tentativ, ehe sich mit ordoliberalen Ansätzen, durch inhaltliche Häutungen, personale Kontinuitäten und historische Kontingenzen bedingt, ein neues Prinzip durchzusetzen vermochte – und schon bald verklärt wurde.

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