Massenpsychologie und Ich-Analyse
2022/10/27 by Étienne Balibar · 1 citation
Arts and Humanities · #Kantian Philosophy and Modern Interpretations #Nietzsche, Schopenhauer, and Hegel #Schopenhauer and Stefan Zweig
paper · doi:10.21706/ps-76-11-969
openalex publication_date 2022/10/27 · openalex created_date 2025/10/10 · openalex updated_date 2026/07/31
Abstract
Die spekulative Anthropologie von Sigmund Freuds »Totem und Tabu« ist in »Massenpsychologie und Ich-Analyse« in Form einer Selbstwiderlegung präsent, die von eminent politischer Natur ist. Denn das theoretische Aufkommen einer spezifisch transindividuellen Struktur, aus der sowohl das Individuum als auch das Soziale hervorgehen, maximiert die Spannung mit dem Evolutionsmythos. Indem sie das Individuum zu einem Effekt der Masse macht, eröffnet Freuds neue Ontologie der Beziehung, die sich auf das Schema der Identifizierung stützt, zwei entgegengesetzte Interpretationswege. Der eine, regressive, identifiziert die Entstehung der Masse mit der Wiederholung des ursprünglichen Vatermordes: Er denkt die Regression zur Ununterscheidbarkeit nach dem Modell der Hypnose. Die andere, repressive, setzt das Über-Ich als Ursprung der Schuld voraus, um die Individualisierung als Autonomisierung gegenüber der Masse zu denken.
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- Rezension zu: Helmut E. Lück, Harald Grünwald, Ulfried Geuter, Rudolf Miller und Wolfgang Rechtien: Sozialgeschichte der Psychologie. Eine Einführung, mit einem Beitrag von Almuth Bruder-Bezzel. Opladen: Leske + Budrich 1987; Geschichte der Psychologie. Ein Handbuch in Schlüsselbegriffen, herausgegeben von Helmut E. Lück, Rudolf Miller und Wolfgang Rechtien. München-Wien-Baltimore: Urban & Schwarzenberg 1984; Daten zur Geschichte der deutschen Psychologie. Band 1: Psychologische Institute, Fachgesellschaften, Fachzeitschriften und Serien, Biographien, Emigranten 1879 -1945, herausgegeben von Ulfried Geuter, in Zusammenarbeit mit Petra Hagemeier und unter Mitwirkung von Mitchell G. Ash. Band 2: Psychologische Dissertationen 1885 -1967, herausgegeben von Ulfried Geuter, in Zusammenarbeit mit Petra Hogemeier. Göttingen-Toronto-Zürich: Verlag für Psychologie Dr. C. Hogrefe 1986-1987;