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Massenpsychologie und Ich-Analyse

2022/10/27 by Étienne Balibar · 1 citation
Arts and Humanities · #Kantian Philosophy and Modern Interpretations #Nietzsche, Schopenhauer, and Hegel #Schopenhauer and Stefan Zweig

paper · doi:10.21706/ps-76-11-969

openalex publication_date 2022/10/27 · openalex created_date 2025/10/10 · openalex updated_date 2026/07/31

Abstract

Die spekulative Anthropologie von Sigmund Freuds »Totem und Tabu« ist in »Massenpsychologie und Ich-­Analyse« in Form einer Selbstwiderlegung präsent, die von eminent politischer Natur ist. Denn das theoretische Aufkommen einer spezifisch trans­individuellen Struktur, aus der sowohl das Individuum als auch das Soziale hervorgehen, maximiert die Spannung mit dem Evolutions­mythos. Indem sie das Individuum zu einem Effekt der Masse macht, eröffnet Freuds neue Ontologie der Beziehung, die sich auf das Schema der Identifizierung stützt, zwei entgegengesetzte Interpretationswege. Der eine, regressive, identifiziert die Entstehung der Masse mit der Wiederholung des ursprünglichen Vatermordes: Er denkt die Regression zur Ununterscheidbarkeit nach dem Modell der Hypnose. Die andere, repressive, setzt das Über-Ich als Ursprung der Schuld voraus, um die Individualisierung als Autonomisierung gegenüber der Masse zu denken.

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