2022/07/22 by Leontiev, Dmitry A.
#Keywords: Existentialism – personality psychology – existential psychology – humanistic psychology – positive psychology – cybernetics – self-regulation – functional paradigm – uncertainty
paper · doi:10.15203/1998-9970-11-2-03
In diesem Artikel soll das Verhältnis der Existenziellen Psychologie zur Entwicklung der akademischen Persönlichkeitspsychologie in Geschichte und Gegenwart betrachtet werden. Die Schwerpunkte der gegenseitigen Wechselwirkungen werden beobachtet: Der „nichtklassische Durchbruch“ (Leontiev, 2005) Ende der 1920-er Jahre bis Anfang der 1930-er Jahre, die „humanistische Revolution“ der 1960-er Jahre, ihr folgend die Transformation der psychologischen Wissenschaft in den 1970-er Jahren, sowie Geburt und Aufschwung der Positiven Psychologie nach der Jahrtausendwende. Die Analyse zeigt eine zunehmende Konvergenz der beiden Entwicklungslinien, welche in der letzten Zeit vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen in der Gegenwart deutlichere Formen annimmt. Als Ausgangspunkt der Integration der Existenziellen Psychologie in die akademische Wissenschaft zeigt sich die Formulierung „funktioneller erklärender Paradigmen“, die auf ursprünglichen kontinuierlichen selbstregulierenden Wechselwirkungen des Individuums mit der Welt basieren und, dem gegenüberstehend, das Paradigma der reaktiven Disposition, das in der Psychologie des 20. Jahrhunderts dominierte.