2025/05/12 by Nöthel, Herwig, Neemann, Volker, Hausmann, Laura +2
#Extremwasserstände #FOS: Natural sciences #Küsteningenieurwesen #Meeresregionen #Pegel #Sturmflut #deutsche Ostseeküste
paper · doi:10.18171/1.094109
Vom 19. bis zum 21.10.2023 traf eine extreme Sturmflut den gesamten Bereich der 2.582 km langen deutschen Ostseeküste mit ungewöhnlich selten eintretenden hohen Wasserständen. Dieses Ereignis bedeutete für Schleswig-Holstein eine sehr schwere Sturmflut und für Mecklenburg-Vorpommern eine schwere Sturmflut. Vor allem im nördlichen Küstensaum Schleswig-Holsteins, einschließlich der Schlei, erreichten die Scheitelwasserstände Höhen, die vielfach die zweithöchsten seit dem Beginn der regelmäßigen Pegelaufzeichnungen vor nahezu 200 Jahren waren. Ursachen der Sturmflut waren neben dem Vorfüllungsgrad der Ostsee im Bereich von mehreren Dezimetern insbesondere der durch einen Vb-Zyklon mit Sturm bis orkanartigen Winden aus östlichen Richtungen hervorgerufene Windstau im Zusammenwirken mit den Beckenschwingungen (Seiches) der verschiedenen Meeresabschnitte. Die besondere meteorologische Situation führte entlang der Ostsee zu einer sehr langen Dauer von hohen Wasserständen. Der folgende Text enthält eine Untersuchung und Darstellung des abgelaufenen Wasserstandsgeschehens sowie die Verknüpfung mit Aspekten der Meteorologie.