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Vor 200 Jahren: Die Halligflut von 1825 in Zeitdokumenten

2025/10/22 by Meier, Dirk
#Coastal Engineering #Dammbau #FOS: Natural sciences #Halligen #Halligschutz #Wadden Sea

paper · doi:10.18171/1.095101

Abstract

Die Sturmflut vom 3./4. Februar 1825 war die verheerendste Naturkatastrophe des 19. Jahrhunderts an der Nordseeküste, die von den Niederlanden bis nach Ribe in Dänemark nachhaltige Verwüstungen anrichtete. An der schleswig-holsteinischen Nordseeküste bedeutete diese insbesondere für die nordfriesischen Halligen eine Katastrophe. In dem Artikel schildern wir die Auswirkungen der Sturmflut auf die Halligen in eindrucksvollen Zeitdokumenten und werfen einen Blick auf die danach eingeleiteten Maßnahmen. Über 200 hilfebedürftige Menschen wurden nach dem Schadensereignis von den nördlichen Halligen zur Insel Föhr gebracht. Es waren insgesamt 74 Menschen, ca. 193 Kühe und ca. 2.036 Scharfe ertrunken. Weitere Tiere starben nach der Flut aufgrund des Süßwassermangels. Die genauen Zahlenangaben schwanken. Die Nordsee hatte 79 Häuser weggerissen; 233 ließen sich nicht mehr bewohnen. Vereinzelt lagen Warften nun direkt an der Abbruchkante der Halligen. Nach längerer Diskussion einigte man sich darauf, dass die Höhe der bestehenden Warften mit 9–19 Fuß Hamburger Maß (2,58–5,45 m) beizubehalten war, während neue 14 Fuß (4,02 m) hoch sein sollten. Die durch eine Springflut verstärkte Sturmflut vor 200 Jahren erreichte einen bis dahin unbekannten Höchststand. Bereits am 2. Februar 1825 herrschte ein starker Südwestwind, der in der Nacht vom 3. Februar an Heftigkeit zunahm und einen Anstieg des Tidehochwassers von 7 Fuß (ca. 2 m) über der normalen Flut bewirkte. Am 3. Februar herrschte anhaltender Sturm mit starken Böen und Schneegestöber. In der Nacht zum 4. Februar drehte der Wind von Südwest auf Nordwest und erreichte seine größte Stärke. Jüngst wurde die Sturmflut von 1825 am Helmholtz Zentrum Hereon auf der Basis des 20th Century Reanalysis Project (20CR) rekonstruiert. Klimahistorisch fällt diese in das Ende der Kleinen Eiszeit und dem Beginn wieder steigender Temperaturen in Mitteleuropa, damit auch in eine Phase von rapiden Klimaausschlägen und Wetteränderungen. Verändertes Windklima und Meeresspiegelanstieg bilden heute die Hauptgefahren für die Halligen in einer Zeit einer maßgeblich anthropogen verursachte Klimaerwärmung. Daher mahnt uns die Sturmflut von 1825, den Küstenschutz für die Halligen nicht zu vernachlässigen, da diese auch Bollwerke für die nordfriesische Festlandsküste bilden.

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