2021/05/28 by Ascher, Franziska, Nieser, Florian
#FOS: Humanities #FOS: Languages and literature
paper · doi:10.25536/20210803
Ausgehend von der mittelalterlich-kommunikativen Prämisse einer „Kultur der Sichtbarkeit“ widmet sich der Beitrag der oft fragwürdigen oder zumindest hinterfragbaren Rolle von unsichtbaren und unsichtbar machenden Dingen in der mhd. Epik. Exemplarisch werden die bekannte Tarnkappe, die zunächst der Zwergenkönig Alberich und später Siegfried besitzt, Ring und Gürtel des Zwergenkönigs Laurin und schließlich Wigalois’ Gürtel, der zwar nicht unsichtbar macht, aber selbst über weite Strecken des Textes verborgen und narrativ ‚unsichtbar‘ gemacht wird, näher in Augenschein genommen. Herausgearbeitet werden in Konfrontation mit dem Computerspiel insbesondere die Kopplung von Unsichtbarkeit und übernatürlicher Stärke, das destruktive Potenzial der Dinge, das sich in vielen Texten am Ende gegen den Träger wendet, sowie Notwendigkeit und Strategien der Brechung der potenziellen Übermacht unsichtbarer Pro- und Antagonisten.