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Die Blockhäuser des Weltkulturerbe-Dorfs Vlkolínec. Ein frühes Beispiel für seriellen Holzbau

2024/10/07 by Lennartz, Marc Wilhelm

paper · doi:10.60628/2190-4278-2024-5-10

Abstract

Im Norden der Slowakei ruht auf 718 m Höhe ein lebendiger Zeitzeuge der mitteleuropäischen Holzbaukultur: ein Blockhausdorf, das als Denkmal der Volksarchitektur seit 1993 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Die Holzbausiedlung trägt den Namen "Vlkolínec", was aus dem Slowakischen übersetzt "Wolfsdorf" bedeutet. Sie gründet auf dem Gebirgshöhenzug eines südöstlichen Ausläufers der Vel'ká Fatra (Große Fatra), die, zugleich Nationalpark, zu den Inneren Westkarpaten zählt. Unterhalb des 1.100 m hohen Sidorovo, eines felsigen Kalksteinhügels, beherbergt das Dorf auf einer Fläche von 4,9 Hektar uralte Bauernhäuser in Blockbauweise, die bis heute bewohnt werden. In Deutschland wäre solch ein historisch einmaliges Siedlungsgebilde längst in ein Freilichtmuseum umgewandelt worden. Nicht so in der Slowakei, wo man junge Familien anwirbt, dort zu siedeln, damit Vlkolínec mittels seiner Mehrfachfunktion als lebendiges Dorf, Museum und (inter-)national bedeutsames Kulturerbe fortbestehen kann. Dafür werden auch heute noch Neubauten im tradierten slawischen Blockhausstil errichtet und die vormals als Lebensgrundlage dienende, kleinbäuerliche Subsistenzwirtschaft in kleinen Teilsegmenten fortgeführt.

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