2017/11/21 by Thonfeld, Christoph
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paper · doi:10.12759/hsr.34.2009.3.60-70
Seit eine Reihe von Disziplinen einen eigenen methodischen und interpretativen Zugang zur Oral History entwickelt haben, ist der Dialog zwischen der Geschichtswissenschaft und der Soziologie über den möglichen Nutzen lebensgeschichtlicher Interviews für Längsschnittanalysen in einem sich rasant entfaltenden diskursiven Feld unter den Druck einer Vielfalt von Einflüssen geraten. Während Psychologie und Hirnforschung die wissenschaftliche Substanz narrativer Interviews als solcher in Zweifel ziehen, weisen Medien und Museen Interviewmaterialien streng definierte Rollen zu, um ihre Ansprüche an Repräsentationen zu erfüllen. Gleichzeitig finden innerhalb der Sozial- und Kulturwissenschaften Paradigmenwechsel statt und zeigen sich terminologische Trends, die den Spielraum der Oral History weiter verkleinern, insofern es das Eröffnen einer Perspektive auf den individuellen Umgang mit vergangenen Ereignissen innerhalb einer Biographie betrifft. Unter Heranziehung von Erfahrungen aus einem Interviewprojekt mit Zwangsarbeitern des Zweiten Weltkriegs, untersucht der Aufsatz, welchen Beitrag Oral History noch zu einer qualitativen Dimension von Längsschnittanalysen leisten kann.