2011/01/01 by Julia H. Schroedter, Schroedter, Julia H.
Social Sciences · #Bundesrepublik Deutschland #Deutscher #Ehe #Federal Republic of Germany #Generation #German #Heirat #Migrant #Migration, Ethnicity, and Economy #Mikrozensus #Mischehe #Staatsangehörigkeit #Turk #Türke #ausländischer Arbeitnehmer #citizenship #comparative research #ethnic relations #ethnische Beziehungen #foreign worker #generation #intermarriage #marriage #microcensus #migrant #social integration #social relations #soziale Beziehungen #soziale Integration #vergleichende Forschung #wedding
paper · doi:10.15464/isi.46.2011.7-11
openalex publication_date 2011/01/01 · openalex created_date 2025/10/10 · openalex updated_date 2026/08/01
Ehen zwischen Migranten und Personen der Aufnahmegesellschaft gelten als 'harter'Indikator sozialer Integration (u.a. Gordon 1964), da sie Auskunft über die soziale Distanzzwischen Mitgliedern verschiedener sozialer Gruppen in dem wohl wichtigsten Bereichsozialer Beziehungen geben. Zugleich stellen sie eine Art Beschleuniger der Integration invielen anderen Lebensbereichen dar, da durch den Partner verstärkt herkunftsspezifischeKapitalien (z.B. Sprachkenntnisse) erworben werden, die sich beispielsweise auf demArbeitsmarkt verwerten lassen (z.B. Lieberson/Waters 1988: 162 f). Bestehen zahlreichebinationale oder interethnische Ehen verliert zudem die Nationalität oder Ethnie als sozialeKategorie an Bedeutung. Von sogenannten transnationalen Ehen, also Ehen die – überdie Grenze des Aufenthaltslandes – mit Partnern aus den jeweiligen Herkunftsländern derMigranten geschlossen werden, wird dagegen ein hemmender Einfluss auf den Integrationsprozesseiner Migrantengruppe angenommen. Einerseits werden transnationale Ehen mit auf das Herkunftsland bezogenen Orientierungen und Einstellungen der ansässigen Migranten in Zusammenhang gebracht. Andererseits gründet die Annahme darauf, dass die auf diesem Weg zuziehenden Migranten in der Regel kaum über im Aufnahmeland verwertbare Kapitalien verfügen. Dieses kann infolge die individuelle Eingliederung erschweren, wirkt sich aber insbesondere auch hemmend auf den Integrationsprozess der nachfolgenden Generation aus. Anhand von Daten des Mikrozensus wird gezeigt, wie sich transnationale Ehen über die Jahre, die Heiratskohorten und die Generationen in Westdeutschland entwickelt haben. Dabei ist festzustellen, dass insgesamt immer weniger Migranten in einer transnationalen Ehe leben. Über die Gruppen zeigen sichaber beträchtliche Unterschiede. Dies gilt auch für die binationalen Ehen, wobei hier imGroßen und Ganzen eine Zunahme über die Zeit und die Generationen zu beobachten ist.