2024/09/27 by Mittelberg, Irene, Rekittke, Linn-Marlen
#Bedeutungskonstitution #Diagramme #Gesten #Indexikalität #Mental Spaces #Motion Capture #cross-modal #ikonische Zeichen #multimodale Interaktion #semantische Frames
paper · doi:10.14464/zsem.v43i1-2.737
Anhand multimodaler deutscher Dialogdaten zeigt dieser Beitrag, inwiefern semantische Frames (Fillmore 1982) und Diagramme (Peirce 1960) im verbal-gestischen Ko-Konstruieren von Reiserouten interagieren. Auf Basis eines kognitiv-semiotischen Theorierahmens (Mittelberg) wird herausgearbeitet, wie indexikalische und ikonische Zeichenmodi bedeutungs-und strukturstiftend ineinandergreifen: intramodal und intermodal (cross-modal). Zunächst gilt unser Interesse dem Instantiieren von materiellen, körperbasierten und im Gesprächskontext präsenten Frame-Elementen sowie dem Aktivieren komplexer, abstrakterer Wissensstrukturen. Anschließend präsentieren wir unterschiedliche semiotische Profile dreier Phasen der dialogischen Reiseplanung: eine prädominant indexikalische, eine indexikalisch-ikonische und einediagrammatisch-ikonische Phase. Dabei erweist sich Indexikalität auch hier als grundlegendes Prinzip multimodaler Interaktion. Indexikalität bedingt und orchestriert nicht nur die körperliche Verankerung der Sprechenden in integrierten physischen und mentalen Räumen (Fauconnier, Sweetser, Turner), sondern auch das (inter-)subjektive Dialogverhalten und cross-modale Enstehen von Diagrammen.