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Vegetationsveränderungen in den Bergwäldern des Wettersteingebirges seit Mitte der 1980er Jahre

2025/04/22 by Thomas Kudernatsch, Jörg Ewald, Kudernatsch, Thomas +9
Agricultural and Biological Sciences · #Botany and Plant Ecology Studies #Bryophyte Studies and Records #FOS: Biological sciences #Plant Taxonomy and Phylogenetics #global warming #land-use changes #mixed mountain forests #nitrogen deposition #permanent plots #plant traits

paper · doi:10.14471/2025.45.004

openalex publication_date 2025/04/22 · openalex created_date 2025/12/27 · openalex updated_date 2026/07/01

Abstract

Durch Wiederholungsaufnahmen auf 32 permanenten Dauerbeobachtungsflächen in den beiden in den Bayerischen Alpen gelegenen Naturwaldreservaten Schrofen und Wettersteinwald konnten teils deutliche Änderungen der Struktur und Vegetationszusammensetzung seit Mitte der 1980er Jahre auf- gezeigt werden. Der von den Untersuchungen abgedeckte Gradient erstreckt sich dabei von den Berg- mischwäldern der montanen Stufe über die Fichtenwälder der tiefsubalpinen Stufe bis hin zu den Lärchen-Zirbenwäldern der hochsubalpinen Stufe. Auffällig waren insbesondere ein Anstieg des Kronenschlusses der Altbestände, die zunehmende Etablierung einer Strauchschicht sowie die Häufig- keitszunahme von verschiedenen Arten innerhalb der Krautschicht, woraus eine deutliche Zunahme der Alpha-Diversität resultierte. Bei den Arten mit positiver Reaktion im Vergleichszeitraum („Gewinner“) handelte es sich überwiegend um konkurrenz- und wuchskräftige Arten mit vergleichsweise höheren Nährstoff- und geringeren Lichtansprüchen. Die Häufigkeitszunahme der Arten ging in vielen Fällen einher mit einer Ausweitung ihrer Vorkommen in höhere (aber auch tiefere) Lagen, wodurch die Aufnahmen der subalpinen Nadelwälder und des Bergmischwaldes heute eine insgesamt höhere floris- tische Ähnlichkeit aufweisen als noch in den 1980er Jahren, was als Tendenz zur Homogenisierung der Artenzusammensetzung der Bodenvegetation interpretiert werden kann. Ein Wechsel der Gesellschafts- zugehörigkeit konnte allerdings für keine einzige Aufnahmefläche nachgewiesen werden. Als wesent- liche Triebkräfte der Veränderungen kommen unseres Erachtens insbesondere der deutliche, klima- wandelbedingte Temperaturanstieg im Untersuchungszeitraum, geänderte Landnutzungspraktiken (Ein- stellung der forstlichen Bewirtschaftung, Intensivierung der jagdlichen Nutzung, Reduzierung der Be- weidungsintensität) sowie nach wie vor hohe Stickstoffeinträge in Frage.

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