2024/08/07 by Wilhelm, Claudia, Riesmeyer, Claudia, Reifegerste, Doreen
paper · doi:10.60764/medienjournal-5bye-q081
<jats:p>Die wiederkehrenden Schließungen von Bildungsinstitutionen während der Corona-Pandemie und die damit verbundene Umstellung vom Präsenzunterricht zum Distanzlernen und zum Wechselunterricht näherte Befürchtungen und Ängste bei Eltern und Lernenden, dass Lernstoff nicht mehr aufgeholt werden kann, Lernerfolge ausbleiben und (bereits bestehende) Wissensklüfte vertieft werden könnten. Der Beitrag erläutert auf Basis kommunikations- und lerntheoretischer Grundlagen, welche Faktoren den Lernerfolg im Distanzmodus beeinflussen und identifiziert mögliche Barrieren, die Leistungsunterschiede begünstigen. Es werden sowohl bisherige Erkenntnisse aus der aktuellen Forschung als auch Ergebnisse aus einer in Deutschland während der Schulschließungen durchgeführten Interviewstudie mit Eltern schulpflichtiger Kinder und Jugendlicher (n = 50) berücksichtigt. Dabei zeigt sich, dass der Lernerfolg zum einen von den familiären Bedingungen und dem Entwicklungsstand des Kindes abhängt. Zum anderen wird herausgearbeitet, dass synchrone Formate des Distanzlernens und die damit verbundenen Möglichkeiten der Interaktion in Kombination mit asynchronen Methoden, eine angemessene mediendidaktische Aufbereitung, eine flexible Kommunikation des Lehrpersonals mit Eltern und Lernenden sowie eine Strukturierung des Tagesablaufs, welche einen Anstieg der Mediennutzung zu Lasten schulischer Aufgaben begrenzt, die Lerneffektivität im Distanzmodus steigern können.</jats:p>