2025/12/30 by Kathrin Neis, Neis, Kathrin
Arts and Humanities · #Bewältigung #Bibliotherapie #Eudämonie #German Literature and Culture Studies #Libraries and Information Services #Nietzsche, Schopenhauer, and Hegel #Schlagwörter: Literatur #Wirkung
paper · doi:10.57974/re:visit_2025_4.2_1
openalex publication_date 2025/12/30 · openalex created_date 2025/12/31 · openalex updated_date 2026/07/01
In jüngerer Zeit scheint das Lesen als Bewältigungsstrategie an Bedeutung gewonnen zu haben, speziell im Zusammenhang mit allgegenwärtigen Krisen. Der vorliegende Beitrag erörtert zunächst theoretisch die Konzepte von ‚Lebenswissen‘ in der Literatur (Ette) und Eudämonie (Moores/Nünning und Nünning). Es wird ähnlich wie in der Bibliotherapie davon ausgegangen, dass Literatur Wissen zum Leben beinhaltet und die Auseinandersetzung mit ihr positive Wirkungen entfalten kann. In der Folge werden drei Erzähltexte aus verschiedenen Zeiten und kulturellen Kontexten literaturwissenschaftlich dahingehend untersucht, wie dort ‚Literatur in der Literatur‘ rezipiert wird und welche dargestellten Wirkungen damit verbunden sind: Jane Austens Persuasion (1817), Stefan Zweigs Schachnovelle (1942) und Murakami Harukis Nemuri (1989). Die drei Texte weisen unterschiedliche Formen der Rezeption verschiedener Gattungen durch mehrere Figuren auf, darunter solitäres Lesen gegenüber Diskussionen über Gelesenes von Poesie bis zu einem Schachrepetitorium. In allen Texten zeigen sich tatsächlich keine eindeutigen, sondern vielmehr ambivalente Wirkungen der Lektüren, sei es in Bezug auf Resultate oder (mittelbare) Folgen, die sich auch auf die Lesenden übertragen können.