2025/05/26 by Behrmann, Laura, Epp, André, Gras, Juliana +1
#Lehre #Lehrpraktiken #Transdisziplinarität #Vorlesung #forschungspraktische Bezüge
paper · doi:10.17169/fqs-26.2.4338
Qualitative Methoden wurden lange Zeit überwiegend praxisnah und gegenstandsbezogen in Kleingruppen vermittelt. Das forschende Lernen und Forschungswerkstätten bildeten somit den Dreh- und Angelpunkt der Reflexionen zur Lehrpraxis. Im Zuge der Etablierung qualitativer Verfahren in unterschiedlichen Disziplinen wurden diese zunehmend auch in Überblicksveranstaltungen wie Vorlesungen unterrichtet. Dieses Format bringt für Lehrende eigene Herausforderungen mit sich, z.B. die Größe der Gruppen, die Sortierung der Vielstimmigkeit eines Forschungsfeldes und die Distanz zur Praxiserfahrung. Im vorliegenden Beitrag gehen wir diesen Spannungsfeldern an drei Beispielen – aus der Soziologie, der Erziehungswissenschaft und den Gesundheitswissenschaften – nach und zeigen, wie qualitative Sozialforschung in Vorlesungen gelehrt werden kann. Wir beginnen mit einem historischen Überblick über die Lehrform der Vorlesung, auf dessen Grundlage wir herausarbeiten, wie die Lehre qualitativer Methoden bisher thematisiert und wie dieses Lehrformat genutzt wurde. Abschließend fassen wir die didaktischen Möglichkeiten und Grenzen qualitativer Methodenvorlesungen zusammen und diskutieren den Bedarf ihrer Einbettung in eine konsekutive Methodenausbildung.