2017/11/24 by Gutberger, Hansjörg
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paper · doi:10.12759/hsr.31.2006.4.155-182
Sozialdemographische Untersuchungen gab es seit den 1930er Jahren nicht nur in den angelsächsischen Ländern, sondern auch im nationalsozialistischen Deutschland. Unabhängig von der Beantwortung der Frage, ob die deutschen Untersuchungen für die NS-Bevölkerungspolitik unmittelbar relevant wurden, macht ein Vergleich zwischen den deutschen Untersuchungen und den Arbeiten in den USA Sinn. Die Eugenikdiskurse in beiden Ländern zeichneten sich durch eine große Argumentationsvielfalt aus - darunter auch spezifisch soziologische Zugangsweisen. Nicht Individuen, sondern Gruppen (in den USA auch: Berufsklassen) und soziale Lagen gerieten als abhängige/ unabhängige Variablen in den Blick beider Sozialdemographien. Dem Autor erscheint bei einem Vergleich gerade die Methodenentwicklung in den beiden Ländern beachtenswert. Er schlägt vor, die methodische Verarbeitung von 'sozialer Ungleichheit/ sozialer Mobilität' in den demographischen Disziplinen zum Ankerpunkt eines wissenschaftshistorischen Vergleichs zu machen. Und er benennt die Gründe, die für diesen Zugang sprechen: darunter die Übernahme einer linearen Vorstellung von Statushierarchie in den empirischen Sozialwissenschaften und die Fokussierung auf den 'Beruf' als soziales Klassifikationsmerkmal.