2025/03/06 by Völker, Hanna
#Einwanderungsdiskurs #Politolinguistik #Pragmatik #Sprachthematisierungen
paper · doi:10.57712/2025-02
Wer Polit-Talkshows wie Hart aber fair schaut oder die Debatten im Deutschen Bundestag (ausschnittsweise) (mit)verfolgt, weiß, dass sich die Diskussionen (unter Politiker*innen oder zwischen Moderation und Politiker*innen) regelmäßig auch um Wortverwendungen in der Politik und die politische Kommunikation selbst drehen. Dabei wird der eigene Sprachgebrauch erläutert, die Wortwahl (häufig unter dem Druck der Öffentlichkeit) im Nachhinein gerechtfertigt oder zurückgenommen oder wiedergegebene Redeteile werden als uneigene Rede gekennzeichnet. Oftmals ist es aber gerade auch die Kommunikationsweise der politischen Gegenseite, die zum Ausgangspunkt für Kritik an Person(engruppe), ihrer Sprachverwendung und vertretenen politischen Standpunkten auf öffentlichen Bühnen der Politik genommen wird. Die folgenden beiden Beispiele, die einer Bundestagsdebatte (Beleg 1) und einer Hart aber fair-Folge (Beleg 2) entstammen, sollen dies verdeutlichen. Sie gehören thematisch zu einer Diskursphase innerhalb des bundesdeutschen Einwanderungsdiskurses, die ab Sommer 2015 unter der Bezeichnung Flüchtlingskrise öffentlich geführt wurde.