2024/05/07 by Koste, Ines, Opel, Oliver
paper · doi:10.48591/2qyy-hh11
Im Sinne einer vollständigen Defossilisierung der Gesellschaft beleuchtet die vorliegende Arbeit die Bedeutung von grünem CO2 als Kohlenstofflieferant für die Herstellung von Chemikalien und E‐Fuels im Rahmen des PtX‐Pfades in der deutschen chemischen Industrie. Das Hauptziel ist die vergleichende Analyse von CO2‐Potenzialen aus dem BECCU‐Prozess (Bioenergy conversion with carbon capture and utilization) mit CO2‐Bedarfen der chemischen Industrie und des schwer zu elektrifizierenden Verkehrssektors. In der Analyse verschiedener Szenarien zeigt sich ein andauernder CO2‐Nachfrageüberschuss, der auch nicht unter Hinzunahme weiterer CO2‐Quellen ausgeglichen werden kann. Während der BECCU‐Prozess Möglichkeiten für negative Emissionen und die Biomassemehrfachnutzung eröffnet, empfiehlt sich die Einbeziehung der CO2‐Potenziale aus DAC (Direct Air Capture) und Emissionen schwer vermeidbarer, industrieller Punktquellen, um den Nachfrageüberschuss zu verringern. Insgesamt betont das Ergebnis die zukünftige Knappheit von grünem CO2 als Rohstoff sowie die Notwendigkeit von Geschäftsmodellinnovationen rund um die CO2‐Bereitstellung und ‐Nutzung.