2001/01/01 by Bodo Lippl, Lippl, Bodo
Health Professions · #Bevölkerung #Bundesrepublik Deutschland #Einstellung #Employment and Welfare Studies #Federal Republic of Germany #Health and Medical Studies #New Federal States #Risiko #Sicherheit #Social and Demographic Issues in Germany #Sozialleistung #Sozialstaat #alte Bundesländer #attitude #neue Bundesländer #old federal states #population #public tasks #risk #security #social benefits #social security #social welfare state #soziale Sicherung #öffentliche Aufgaben
paper · pdf · doi:10.15464/isi.26.2001.7-11
openalex publication_date 2001/01/01 · openalex created_date 2025/10/10 · openalex updated_date 2026/07/01
Der Sozialstaat in Deutschland verfolgt das Ziel, den Wohlstand aller Bürgerinnen und Bürger zu fördern, indem er individuelle Lebensrisiken sozial absichert und die gesellschaftliche Teilhabe aller ermöglicht. Er legitimiert sich unter anderem aus einer breiten, überparteilichen und über die Zeit unverändert hohen Akzeptanz durch die Bevölkerung, die auch in bisherigen Umfragen nachgewiesen wurde. Allerdings könnte dieser Befund möglicherweise auch darauf zurückzuführen sein, dass sowohl Einstellungen bezüglich der Leistungen des Sozialstaats als auch normative Vorstellungen über seine Zuständigkeit für den Schutz vor Risiken in bestimmten Lebensbereichen in diesen Umfragen nur in relativ allgemeiner Form erhoben wurden. Vermutlich konnten deshalb Konflikte um die Aufgaben des Sozialstaates, die aus unterschiedlichen Interessenlagen und Werthaltungen verschiedener Bevölkerungsgruppen resultieren, in empirischen Untersuchungen bisher nicht ausreichend berücksichtigt werden. Im Rahmen des 'International Social Justice Project' (ISJP) wurde Ende 2000 eine deutschlandweit repräsentative Umfrage durchgeführt, in der einige sozialpolitisch relevante Einstellungen differenzierter erhoben wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass sich Ost- und Westdeutsche in ihren sozialpolitischen Einstellungen auch noch zehn Jahre nach der Vereinigung deutlich unterscheiden und dass darüber hinaus auch Einstellungsunterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen zu beobachten sind.