2017/11/21 by Bluhm, Katharina
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paper · doi:10.12759/hsr.35.2010.2.197-217
Die gegenwärtige Debatte um die Varianten des Kapitalismus in Mittel- und Osteuropa sind durch zwei unterschiedliche Theoriestränge gekennzeichnet, die beide eine Integration der Region in übergreifende Diskurse und ein Ende der bisherigen Transformationsforschung markieren. Zum einen wird seit einiger Zeit versucht, den Varieties-of-Capitalism-Ansatz (VoC) zu übertragen; zum anderen erfährt die Dependenz- und Weltsystem-Theorie eine Renaissance, die sich kritisch von VoC absetzt. Dennoch lassen sich die Stärken und Schwächen beider Theoriestränge als komplementär begreifen. In dieser Debatte spielt Ostdeutschland keine Rolle mehr, da sie sich auf nationalstaatliche Entitäten bezieht. Im abschließenden Teil des Beitrages wird der Versuch unternommen zu zeigen, dass sich, obgleich Ostdeutschland keine volkswirtschaftliche Einheit mehr ist, ein Blick auf die neuen Bundesländer lohnt. Deren Integration in die Weltwirtschaft kann als ein extremer Fall der 'dependent market economy' gedeutet werden, und sie führen zugleich die Dimension der Region in die Debatte ein.