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(Macht-)Dynamiken in der Kriegsberichterstattung: Die Wechselbeziehungen zwischen lokalen Produzent:innen und deutschen Auslandskorrespondent:innen im Ukraine-Krieg

2025/02/12 by Blume, Hanna, Götz, Leonie, Hille, Pauline +3
#Auslandsberichterstattung #Auslandskorrespondent:innen #Lokale Produzent:innen #Machtdynamik #Ukraine

paper · doi:10.60678/gmj-de.v14i2.319

Abstract

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine legt die Bedeutung lokaler Produzent:innen in der Kriegsberichterstattung offen. Die Studie untersucht die Machtdynamiken zwischen lokalen Produzent:innen und deutschen Auslandskorrespondent:innen im Ukraine-Krieg. Auf Basis von zehn qualitativen Leitfadeninterviews mit beiden Akteursgruppen analysiert dieser Beitrag durch einen feldtheoretischen Zugang wechselseitige Erwartungshaltungen, daraus resultierende Macht-asymmetrien und deren Reflexion. Im Fokus stehen dabei die Aushandlungsprozesse von Rollenverständnissen, beruflichen Identitäten und journalistischen Praktiken unter Kriegsbedingungen. Die Befunde zeigen ein komplexes Beziehungsgeflecht: Während Auslandskorrespondent:innen die finale redaktionelle Kontrolle innehaben, sind sie gleichzeitig auf das kulturelle Kapital und die Expertise der lokalen Produzent:innen angewiesen. Diese Abhängigkeit manifestiert sich in einem Spannungsfeld zwischen professioneller Zusammenarbeit und struktureller Ungleichheit. Die bestehenden Hierarchien werden von den Auslandskorrespondent:innen nur geringfügig kritisch reflektiert, wohingegen einige lokale Produzent:innen durch verschiedene Maßnahmen eine Verbesserung ihrer beruflichen Position anstreben – von individueller Professionalisierung bis hin zur gewerkschaftlichen Organisation. Die Studie verdeutlicht die Notwendigkeit, die oft unsichtbare Rolle lokaler Produzent:innen in der internationalen Kriegsberichterstattung neu zu bewerten und bestehende Machtstrukturen kritisch zu hinterfragen.

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