1996/01/01 by Daniel W. Gade · 1 citation
Environmental Science · #Environmental and Cultural Studies in Latin America and Beyond
paper · doi:10.3112/erdkunde.1996.04.02
openalex publication_date 1996/01/01 · openalex created_date 2025/10/10 · openalex updated_date 2025/11/06
Durch sein sehr umfangreiches Gesamtwerk erlangte Carl Troll (1899-1975) internationale Anerkennung, vor allem aber durch seine Untersuchung der Anpassung des Men schen an die tropischen Anden. Seine wesentlichsten Bei trage auf diesem Gebiet groBtenteils enthalten in drei zwi schen 1931 und 1968 publizierten Artikeln basieren auf nur einer Feldstudie in den spaten 20er Jahren. Die Haupt themen seiner Arbeit waren dreidimensionale Gliederungen von Vegetation und landwirtschaftlicher Nutzung und die okologischen Grundlagen der Inka-Zivilisation. Troll ver deutlichte die ungeheure Vielfalt der Anden auf meisterhafte Weise und veranschaulichte die hypsometrische Gliederung des Landes, des Lebens und der Zivilisation. Eine kritische Betrachtung zeigt jedoch die Uberbetonung des Klimas bei der Erklarung der vertikalen Gliederung der naturlichen Vegetation, der Landwirtschaft und des Hirten wesens. Ungerechtfertigt extrapolierte er von der Gegenwart in die Vergangenheit und vereinfachte die Ursachen, die zum Entstehen einer politischen Gliederung in den Anden fiihr ten. Der groBe EinfluB von Trolls Ideen beruhte auf seiner Fahigkeit, regionale Feldbeobachtungen zu generalisieren, modellhaft zu abstrahieren und auf seinen aufierst klaren