2008/01/01 by Mike Savage, Savage, Mike
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paper · pdf · doi:10.12759/hsr.33.2008.3.46-67
openalex publication_date 2008/01/01 · openalex created_date 2025/10/10 · openalex updated_date 2026/07/28
Die Vorstellung, dass Klassenidentitäten in ihrer Bedeutung über die letzten Jahrzehnte abgenommen haben, ist ein Grundmerkmal vieler zeitgenössischer Sozialtheorien, jedoch wurde diese Annahme bislang nicht mithilfe der Nutzung historischer Primärdaten systematisch untersucht. Diese Sekundäranalyse verwendet qualitative Daten aus 'Mass-Observation'-Befragungen, die in den Jahren 1948 und 1990 zum Thema sozialer Klassenidentitäten von Befragten erhoben wurden. Ich verweise dabei auf signifikante Veränderungen in der Form, wie Klasse in diesen beiden Perioden thematisiert wurde. Es ist nicht einfach ein Rückgang von Klassenidentitäten festzustellen, sondern eine eher subtile Neuformulierung der Art und Weise, wie Klasse artikuliert wird. In der früheren Periode verbleibt diese Artikulation ambivalent in Bezug auf den Klassenbegriff als einer 'ascriptive inscription'. 1990 betrachten die Befragten hingegen Klassenidentität nicht als Zuschreibung und Produkt ihrer Geburt und Erziehung, sondern formulieren einen reflexiven und individualisierten Bericht von ihrer Mobilität zwischen Klassenpositionen, der die überdauernde Bedeutung von Klassenidentitäten betont. Ebenso wie dieser Artikel einen Beitrag zu Debatten über sich verändernde Klassenidentitäten leistet, stellt er den Wert der Sekundäranalyse qualitativer Daten als ein Mittel für die Erforschung von Strukturen und Prozessen historischen Wandels heraus.