2026/04/01 by Robert Böhm, Rian Gross, Lars Korn +3 · 1 voice
Health Professions · Immunology and Microbiology · Medicine · #Antibiotic Use and Resistance #Clinical Reasoning and Diagnostic Skills #Patient-Provider Communication in Healthcare
paper · doi:10.1007/s00103-026-04225-7
openalex publication_date 2026/04/01 · openalex created_date 2026/04/02 · openalex updated_date 2026/08/03
Zusammenfassung Antibiotikaresistenzen gefährden die Wirksamkeit standardisierter Therapien. Die Resistenzdynamik wird maßgeblich durch unsachgemäßen Antibiotikaeinsatz verstärkt. Dieser Beitrag stellt deshalb den Menschen in den Mittelpunkt der Bemühungen, den unsachgemäßen Antibiotikaeinsatz zu reduzieren, mit Fokus sowohl auf die ambulante als auch die stationäre Gesundheitsversorgung. Wir analysieren psychologische Faktoren, die zum einen die unsachgemäße Verschreibung von Antibiotika durch Ärzt*innen und zum anderen die unsachgemäße Anwendung von Antibiotika durch Patient*innen beeinflussen. Auf Basis einer narrativen Übersicht werden folgende Faktoren aufseiten der Ärzt*innen identifiziert: (i) Wissen und Problembewusstsein, (ii) diagnostische und prognostische Unsicherheit, (iii) Prozesse beim Urteilen und Entscheiden, (iv) soziale Normen und Teamstrukturen sowie (v) Beziehungen zu Patient*innen. Aufseiten der Patient*innen erweisen sich (i) Wissen und Problembewusstsein, (ii) Prozesse beim Urteilen und Entscheiden und (iii) Umgang mit diagnostischer und prognostischer Unsicherheit als relevante Faktoren. Zu jedem der Faktoren werden evidenzbasierte Maßnahmen vorgestellt, die sowohl die Verschreibungs- als auch die Einnahmepraxis von Antibiotika im Sinne einer verantwortungsvollen Einnahme positiv beeinflussen. Die systematische Integration solcher Ansätze in Antibiotic-Stewardship-Initiativen kann dabei helfen, die Verordnungs- und Einnahmepraxis von Antibiotika zu verbessern.