2008/08/01 by Manuel Schramm
Social Sciences · Environmental Science · Arts and Humanities · #Central European and Russian historical studies #Ecology, Conservation, and Geographical Studies #German Literature and Culture Studies
paper · doi:10.1524/hzhz.2008.0034
Zusammenfassung Der Aufsatz vertritt die These, daß vor allem das 17. Jahrhundert den Beginn der neuen Naturwahrnehmung in West- und Mitteleuropa markiert, wobei freilich von einer längeren Übergangszeit von ca. 1580–1730 auszugehen ist. In methodischer Hinsicht wird ein breiter Ansatz gewählt, der neuere Erkenntnisse aus der Ideen- und Kunstgeschichte mit technik- und wirtschaftshistorischen Veränderungen im Umgang mit der Natur in Beziehung setzt. Abschnitt I setzt sich mit den Positionen der bisherigen Forschung auseinander, die den Beginn der modernen Naturwahrnehmung entweder in der italienischen Renaissance (14./15. Jahrhundert), der „Wissenschaftlichen Revolution” des 17. Jahrhunderts oder der Romantik des späten 18. Jahrhunderts verorten. Abschnitt II versucht die These zu belegen, daß bereits um 1600 entscheidende Wandlungsprozesse in der Wahrnehmung von Natur und Landschaft in Semantik, Wissenschaft, Technik und Kunst stattfanden. Abschnitt III schildert die weitere Entwicklung in der zweiten Hälfte des 17. und dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts, die besonders durch das Aufkommen der Physikotheologie und der ästhetischen Kategorie des „Erhabenen” geprägt wurde. Abschnitt IV bietet einen kursorischen Ausblick auf die wichtigsten Veränderungen im 19. und 20. Jahrhundert.