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Menschenwurde zwischen Stammes-, Kultur- und Lebensgeschichte

2018/01/01 by Sarah Bitschnau, Bitschnau, Sarah, Gerhard Medicus +1
Medicine · #Patient Dignity and Privacy

paper · doi:10.15203/1998-9970-11-2-04

Abstract

Vor dem Hintergrund der Wahrnehmung von Würdeverletzungen ist das Konzept der Menschenwürde entwickelt worden. Voraussetzung, um von Menschenwürde zu sprechen, sind sowohl emotionale als auch kognitive Fähigkeiten. Beide haben onto- und phylogenetische Wurzeln. Bei frühen Säugetiervorfahren sind das Brutpflege, bei Primatenvorfahren Sozialverhalten und gegenseitige Hilfsbereitschaft, bei frühen Hominoidenvorfahren, also den Menschenaffen, Empathie (Menschenkinder ab dem 20. Monat), bei Homo erectus ist es die Emphronesis (Theory of Mind; rezente Menschenkinder ab dem 4. Lebensjahr). Beim modernen Menschen kommen Sprache, Reflexion und verantwortliche Moral hinzu. Der Mensch ist in der Lage, Regeln für gut und böse zu formulieren und „gute“, also sozial attraktive Einstellungen und Verhaltensweisen, kulturell zu fördern. Er kann Problembereiche seiner Natur und Kultur erkennen und durch persönliche Entscheidungen sowie durch pädagogische und politische Maßnahmen gegensteuern.

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