2023/05/15 by Wieland, Rainer, Groenew, Sara
#Keywords: Telecommuting – work arrangements – wellbeing – regulation requirements – additional demands #Schlüsselwörter: Arbeit im Homeoffice – strukturelle Bedingungen – psychische Befindlichkeit – Regulationsanforderungen – Zusatzbelastungen
paper · doi:10.15203/1998-9970-14-1-03
Homeoffice wird in der Coronakrise zu einer Option, die vermehrt genutzt wird. Die Entscheidungsträger in vielen Unternehmen verlagern, wann immer möglich, die Arbeitstätigkeit ihrer Beschäftigten ins Homeoffice. Die Coronakrise hat auch dazu beigetragen, dass das Thema „Homeoffice“ in der Fachpresse und zahlreichen wissenschaftlichen, deutschund englischsprachigen Publikationen einen enormen Aufschwung genommen hat. Der vorliegende Beitrag beschreibt die Arbeit im Homeoffice unter drei übergeordneten Perspektiven: a) Welche Vor- und Nachteile sehen Arbeitsgeber und Arbeitnehmer aktuell bezüglich der Arbeit im Homeoffice, welche Unterschiede gibt es dabei zwischen jungen und älteren Beschäftigten, und welchen Anteil hat die Arbeit im Homeoffice an der Gesamtarbeitszeit, b) welche auf die Aufgabenbewältigung bezogenen Wirkungen lassen sich beobachten, sowie c) mit welchen Zusatzbelastungen ist im Homeoffice zu rechnen, und wie sieht die psychische Beanspruchung und Befindlichkeit im Homeoffice aus? Die aus diesen Betrachtungen gewonnenen Erkenntnisse lassen durchaus den Schluss zu, dass die Arbeit im Homeoffice eine erfolgversprechende Option für die zukünftige Arbeitswelt sein kann. Dazu fehlen allerdings noch Analysen und (arbeitspsychologische) Bewertungen, die einen ganzheitlichen Blick auf das Geschehen im Homeoffice erlauben. Das bedeutet, es sind weitere Untersuchungen notwendig, die – neben arbeitsrechtlichen und auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz bezogenen Aspekten – das Wirkungsgefüge von Mensch-Technik und Organisation insgesamt im Blick haben, sowie die Frage, wie Arbeitstätigkeiten und der private Lebensraum in Einklang gebracht werden können. Die Entwicklung hin zu einer Tätigkeitsgesellschaft kann dabei sicherlich als grundlegende Handlungsmaxime eine geeignete Grundlage bilden.