2025/09/19 by Holtzhauer, Sebastian · 1 voice
paper · doi:10.25619/bme20258288
Die Untersuchung beleuchtet die narrativen Strategien, die Konrad von Würzburg einsetzt, um den Sachsenherzog im ›Schwanritter‹ als archetypischen Unrechtsvertreter zu inszenieren. Trotz seiner zunächst rein menschlich wirkenden Beschreibung wird der Herzog im Konflikt zum (immer noch menschlichen) Riesen ›emporwachsen‹. Die Analyse zeigt, dass diese Transformation kein Zufall ist, sondern erzählerisch sorgfältig vorbereitet wird. Konrad verbindet durch seine Schilderung des Zweikampfes zwischen Schwanritter und Riesenritter das Erzählschema ›Kampf David gegen Goliath‹ mit der spezifischen Erbschafts- und Rechtsproblematik des Textes. Damit unterscheidet sich seine Version deutlich von anderen Ausprägungen des Schwanritterstoffes, die zur Kontrastierung herangezogen werden (›Chevalier au Cygne‹, ›Lohengrin‹).