1984/01/01 by W. Schröder, Schröder, Wilhelm Heinz
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paper · doi:10.12759/hsr.9.1984.3.38-62
openalex publication_date 1984/01/01 · openalex created_date 2025/10/10 · openalex updated_date 2026/08/01
In dem Beitrag werden Lebensläufe von Parlamentariern als Quellen der Parlamentarismusforschung untersucht. Vermittelt wird ein Überblick (1) über die auf der Basis von Lebensläufen/Biographien von der Elitenforschung untersuchten Fragestellungen, (2) über die für diese Forschung notwendigen biographischen Informationen, (3) über die besonderen Probleme von Quellenlage und Quellenkritik bei der Erschließung von biographischen Informationen und ihre besonderen Auswirkungen auf die bisherige Forschung zur Sozialstruktur deutscher Parlamente. Ausgehend vom Prozeßmodell der politischen Elitenrekrutierung von Herzog werden aus der bisherigen Forschung zu Parlamentarierkollektiven solche Merkmalsgruppen bzw. Informationssegmente bestimmt und zusammengestellt, die sich zur Rekonstruktion individueller und historischer Parlamentarierlebensläufen eignen. Methodisch-empirisch erfolgt die Anwendung des Modells durch die longitudinale Rekonstruktion von Lebenslaufsequenzen und deren vergleichende Analyse. Indem nach dem Informationsgehalt gefragt wird, wird begründet, warum die vorhandenen Bücher nicht als biographische Handbücher bezeichnet werden können und warum und in welcher Form ein solches notwendig ist. Die Hauptquellen für ein biographisches Handbuch werden dargestellt. Ausgehend von den möglichen Benutzern des Handbuchs werden der Informationsbedarf ermittelt und Editionsprinzipien erörtert. Es wird die Einrichtung einer Datenbank BIOPARL als Informationsbasis erwogen. Mit dem Hinweis darauf, daß ein 'Biographisches Handbuch der Parlamentarier' eine grundsätzliche Lösung des Quellenproblems bietet, werden abschließend die wichtigsten Kriterien für eine Herausgabe zusammengefaßt.