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Von der Familien- zur Verwandschaftsgeschichte: Der mikrohistorische Blick. Geschichten von Verwandten im Walliser Dorf Vouvry zwischen 1750 und 1850

2005/01/01 by Sandro Guzzi-Heeb, Guzzi-Heeb, Sandro
Economics, Econometrics and Finance · Social Sciences · #18. Jahrhundert #19. Jahrhundert #Dorf #European Socioeconomic and Political Studies #Familie #Heirat #Historical Gender and Feminism Studies #Schweiz #Social Policies and Family #Switzerland #Verwandtschaft #eighteenth century #family #kinship #nineteenth century #social relations #soziale Beziehungen #village #wedding

paper · pdf · doi:10.12759/hsr.30.2005.3.107-129

openalex publication_date 2005/01/01 · openalex created_date 2025/10/10 · openalex updated_date 2026/07/28

Abstract

Zwischen 1750 und 1850 fand in den europäischen Gesellschaften eine tief greifende Transformation statt, deren Tragweite lange unterschätzt wurde. Die Veränderung bestand nicht darin, wie lange angenommen wurde, dass sich die Familien in die neu erfundene 'Privatsphäre' zurückzogen. Im Gegenteil: Die vielfältigen Beziehungen, die die Familien mit den Verwandten verbanden, wurden intensiviert. Wie David W. Sabean vor einigen Jahren argumentiert hat, kann man das 19. Jahrhundert als die 'heisse' Zeit der Verwandtschaftsbeziehungen betrachten. Die vorliegende Studie versucht, anhand einer mikrohistorischen Untersuchung in Vouvry, einem kleinen Dorf des Wallis (Schweiz) zwischen 1650 und 1850, einige Aspekte dieser 'Intensivierung der Verwandtschaft' zu erhellen. Untersucht werden drei Familiengeschichten, die verschiedene soziale Gruppen betreffen. Die Analyse zeigt, wie in verschiedenen Schichten mittels Heiratsallianzen, aber auch durch Patenschaften und andere soziale Beziehungen, dichte 'Verwandtschaftsfelder' konstruiert wurden, welche die Solidarität verschiedener Haushalten und Familien durch die wechselhaften Konjunkturen ab Mitte der 1760er Jahren sichern sollten.

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