2002/01/01 by Heinz-Herbert Noll, Noll, Heinz-Herbert, Stefan Weick +1
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paper · pdf · doi:10.15464/isi.28.2002.6-10
openalex publication_date 2002/01/01 · openalex created_date 2025/10/10 · openalex updated_date 2026/07/01
Die Entwicklung der Beschäftigung und der Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt bleibt derzeit deutlich hinter den Erwartungen zurück und stellt sich vor allem auch im internationalen Vergleich als unbefriedigend dar. Bei der Diskussion von Ursachen für die diesbezüglichen Probleme spielen nicht nur Strukturdefizite und die vielfach als überreguliert kritisierten institutionellen Rahmenbedingungen eine Rolle. Häufig werden in diesem Zusammenhang auch Zweifel nicht nur an der Intensität der Suchbemühungen, sondern darüber hinaus auch an der Flexibilität der Ansprüche und der Arbeitsmotivation von Arbeitslosen und anderen Nichterwerbstätigen angemeldet. Derartige Einschätzungen liegen auch den neuerdings von einigen europäischen Regierungen präferierten Maßnahmen einer 'aktivierenden' Arbeitsmarktpolitik zugrunde, die darauf abzielen, die Eigeninitiative von Arbeitslosen über Anreize und Sanktionen zu intensivieren. Darüber hinaus ist in den vergangenen Monaten auch die Arbeitsweise, Leistungsfähigkeit und Kompetenz der öffentlichen Arbeitsvermittlung in Zweifel gezogen worden. Dabei wird allerdings manchmal übersehen, dass die öffentliche Arbeitsvermittlung in diesem Kontext nur ein Akteur unter anderen ist und in ihrer Arbeit von vielfältigen Rahmenbedingungen abhängt, in erster Linie dem Vorhandensein von offenen Stellen und deren Meldung durch die Arbeitgeber. Die Arbeitsmarktpolitik hat mittlerweile jedoch nicht nur in Deutschland, sondern in der Mehrzahl der europäischen Länder die institutionellen Grundlagen der Arbeitsvermittlung im Sinne einer Aufhebung bzw. Abschwächung der früheren Monopolstellung der öffentlichen Arbeitsvermittlung reformiert und verspricht sich davon Impulse für die Beschäftigungsentwicklung. Offen bleibt jedoch, inwieweit mit derartigen Maßnahmen Struktur- und Wachstumsschwächen kompensiert werden können.