2015/01/01 by J Haberland, Haberland, Jörg, Ute Wolf +1
Medicine · #610 Medical sciences #Colorectal Cancer Screening and Detection #Genetic factors in colorectal cancer #Global Cancer Incidence and Screening #Joinpoint-Methode #Krebsinzidenz #Krebsmortalität #Medicine #Poisson-Regression #Todesursachenstatistik #epidemiologische Krebsregister
paper · doi:10.3205/mibe000159
openalex publication_date 2015/01/01 · openalex created_date 2025/10/10 · openalex updated_date 2026/07/19
Die hier vorliegende Publikation führt eine vor längerer Zeit begonnene und auch 2014 publizierte Arbeit fort, langfristige Entwicklungen der Krebsinzidenz in Deutschland von 1970 bis 2010 zu schätzen (Haberland et al. 2014). Wie international üblich, wird die nationale Inzidenz auf der Basis von Quotienten aus Inzidenz und Mortalität verfügbarer regionaler Krebsregisterregionen geschätzt und durch Multiplikation mit der bundesdeutschen Mortalität auf Gesamtdeutschland übertragen. Dabei werden die eingesetzten Indikatoren zuvor mit Hilfe des weit verbreiteten Joinpoint-Verfahrens geglättet. Unter den analysierten Krebslokalisationen weisen Prostatakrebs bei Männern und Brustkrebs bei Frauen seit 1970 die höchsten absoluten Anstiege in den standardisierten Erkrankungsraten auf. Beide Entwicklungen werden begleitet von Rückgängen in den entsprechenden Mortalitätsraten seit den 1990er Jahren. Die geschätzten Inzidenzraten an Darmkrebs sind bei beiden Geschlechtern ab 1970 über 20 Jahre angestiegen, mit einem höheren Niveau bei Männern. Seit den 1990er Jahren stagnieren die Raten jedoch und sind im letzten Jahrzehnt sogar rückläufig. Auch hier nehmen die Mortalitätsraten zumindest seit Mitte der 1990er Jahre ab. Bei Lungenkrebs verlaufen die geschätzten Inzidenz- und Mortalitätsraten bei beiden Geschlechtern überwiegend parallel. Allerdings steigen die standardisierten Raten bei Männern nur in den 1970er Jahren an und sind seit den 1990er Jahren deutlich rückläufig. Dagegen steigen die Inzidenz- und die Mortalitätsraten bei Frauen über den gesamten Beobachtungszeitraum an, jedoch auf einem im Vergleich zu den Männern niedrigeren Niveau.