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Teilstationäre Hochwasserschutzmaßnahmen als kurzfristige Strategie zum Schutz der nordfriesischen Halligen – Einsatztests unter praxisnahen Bedingungen und Berücksichtigung sozialer Bedürfnisse der Bewohner*innen

2021/11/11 by Krebs, Verena, Ziesen, Nenja, Wöffler, Theide +2
#FOS: Natural sciences #Küsteningenieurwesen #Meeresregionen #kurzfristige Küstenschutzstrategien #mobile Hochwasserschutzssysteme #teilstationäre Küstenschutzmaßnahmen

paper · doi:10.18171/1.089111

Abstract

Jensen et al. (2016) definierten zwei Zeitskalen, die bei der Entwicklung von Strategien für den Küstenschutz und das Küstenmanagement der schleswig-holsteinischen Halligen be-rücksichtigt werden müssen: (i) kurzfristige Schutzmaßnahmen für die Bewohner*innen, die sofort umgesetzt werden könnten, und (ii) langfristige Strategien zur Verbesserung der natürlichen Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel. Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, welche kurzfristigen Küstenschutz-maßnahmen und -strategien von den Hallig-Bewohner*innen als sinnvoll erachtet werden, welche (technisch) umsetzbar sind und welche zentralen Aspekte dabei zu berücksichtigen sind. Hierzu wurde die Wirksamkeit kurzfristiger Maßnahmen im Labor unter Berücksich-tigung von Vorschlägen bewertet, die im Vorläuferprojekt ZukunftHallig (KfKI-Projekt mit Fördernummern 03KIS093-096, Laufzeit 2011-2013) gemeinsam mit den Hallig-Bewohner*in-nen entwickelt wurden. Im Zentrum standen innovative, mobile Hochwasserschutzmaß-nahmen, die bislang vorwiegend im Binnenbereich Anwendung finden. Zur Untersuchung der Anwendbarkeit auf den Halligen wurden zwei Anwendungsfälle betrachtet: das Ver-schließen von Stöpen im Ringdeich der Warften und der Objektschutz auf der Warft. Die Maßnahmen wurden im Labor unter fünf Belastungsfällen (Einstau, Anströmen, Wellen-anprall, Überströmen, Treibgutanprall) getestet und zusätzlich hinsichtlich der für die Hal-lig-Bewohner*innen elementaren Kriterien (Platzbedarf, Wartungsaufwand, Aufbauzeit etc.) bewertet. Die Berücksichtigung sozialer Aspekte (Bedürfnisse, Erwartungen, Anforderungen seitens der Bewohner*innen) erfolgte durch einen Mixed-Method-Ansatz, bestehend aus qualita-tiven Interviews mit Bewohner*innen und Zukunftswerkstätten (Ergebnisse aus Zukunft-Hallig), Expert*innen-Interviews und Gruppendiskussionen. Die Zusammenführung der hieraus hervorgehenden Anforderungen mit technischen Aspekten (technisch umsetzbare Maßnahmen) ermöglichten eine ganzheitliche soziotechnische Perspektive. Alle untersuchten mobilen Hochwasserschutzmaßnahmen erwiesen sich unter den küsten-spezifischen Belastungen generell als hydrodynamisch wirksam und die meisten der Maß-nahmen erscheinen für den Einsatz auf den Warften geeignet. Sie verfügen über das Po-tenzial, als kurzfristige Maßnahmen den bestehenden Sturmflutschutz zu ergänzen, an Schwachstellen zu verbessern und so die Zeit bis zu einer langfristig notwendigen Warft-verstärkung zu überbrücken. In Gruppendiskussionen auf den Halligen wurden die Ergeb-nisse der Laboruntersuchungen vorgestellt. Meinungsbilder hinsichtlich der Akzeptanz der Maßnahmen seitens der Bewohner*innen fielen heterogen – hallig- sowie warftspezifisch divers – aus.

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