2013/01/01 by Martin Fischer, Kiesewetter, Jan, Janine Netzel +10
Business, Management and Accounting · Medicine · Psychology · Social Sciences · #610 Medical sciences #Education Methods and Technologies #Führungskompetenzen (MeSH [F01.752.609]) #Innovations in Medical Education #Medicine #Medizinische Ausbildung (MeSH [I02.358.399]) #Organizational Management and Change #Psychiatric care and mental health services #Training
paper · doi:10.3205/zma000892
openalex publication_date 2013/01/01 · openalex created_date 2016/08/23 · openalex updated_date 2026/07/19
Hintergrund: Eine effektive Zusammenarbeit in Teams ist eine wichtige Voraussetzung für qualitativ hochwertige Versorgung im Gesundheitswesen. In diesem Zusammenhang spielen auch Führungskompetenzen von Ärztinnen und Ärzten im klinischen Alltag eine wichtige Rolle. Bisher wurde die Entwicklung von Führungskompetenzen in medizinischen Curricula in der Aus- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten jedoch kaum systematisch abgebildet. Die Entwicklung adäquater und effektiver Trainingsmethoden für die Vermittlung von Führungskompetenzen ist daher wünschenswert. Ziel: Das Review soll vorliegende Ergebnisse der Literatur zu Trainings von Führungskompetenzen in der Medizin zusammenfassen und integrieren, um zukünftige Forschung und Trainingsentwicklung anzuregen. Methode: Die Datenbanken PubMED, ERIC, PsycArticles, PsycINFO, PSYNDEX und dem Academic search complete durch EBSCOhost wurden auf Deutsch und Englisch nach Trainings von Führungskompetenzen in der Medizin durchsucht. Relevante Artikel wurden identifiziert und die Studienergebnisse hinsichtlich des zugrundeliegenden Führungsverständnisses, der Zielgruppe und Teilnehmeranzahl, der zeitlichen Ressourcen, sowie der Inhalte und Methoden des Trainings, des Evaluationsdesigns und der berichteten Trainingseffekte zusammengefasst. Ergebnisse: Auf acht Studien trafen alle Einschluss- und kein Ausschlusskriterium zu. Die Trainings selbst sowie die thematisierten Führungskompetenzen differenzieren jedoch stark voneinander. Die Trainingsdesigns beinhalten im Schwerpunkt die theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema Führung sowie die Diskussion von Fallstudien aus der Praxis. Die Dauer der Trainings reicht von mehrstündigen bis hin zu mehrjährigen Veranstaltungen. Die selbst eingeschätzte Reaktion der Teilnehmer auf alle Trainings war positiv; es fand jedoch bisher keine systematische Überprüfung des Trainingserfolgs in Bezug auf konkrete Verhaltensänderungen der Teilnehmer statt. Schlussfolgerungen: Es bedarf weiterer Forschung, um die Erfolgsfaktoren für die Vermittlung von Führungskompetenzen in der medizinischen Aus- und Weiterbildung zu verstehen und die Trainingsmethoden gezielt anzupassen. Anforderungsanalysen könnten helfen, Führungskompetenzen in der Medizin besser zu erfassen. Weiterhin schlagen die Autoren vor, den Fokus zukünftig mehr auf verhaltensnahe Trainingsmethoden wie simulationsbasierte Trainings zu legen.