2006/01/01 by Alexander Pinwinkler, Pinwinkler, Alexander
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paper · pdf · doi:10.12759/hsr.31.2006.4.64-100
openalex publication_date 2006/01/01 · openalex created_date 2025/10/10 · openalex updated_date 2026/08/04
Der Artikel untersucht 'bevölkerungsgeschichtliche' Konzeptualisierungen von Erich Keyser und Wolfgang Köllmann in der frühen Bundesrepublik Deutschland. Publizierte und nicht veröffentlichte Texte dieser beiden Historiker und ihre biografischen Hintergründe und institutionellen Verflechtungen werden analytisch-beschreibend und vergleichend in den Blick genommen. Dabei soll deutlich gemacht werden, dass 'Bevölkerungsgeschichte' eine spezifische soziale Praxis bildete, in der 'Volksforscher' und Historiker (wie z.B. Keyser), die bereits vor 1945 in 'völkischen' Diskursen der Historiografie aktiv gewesen waren, teils mit jüngeren Wissenschaftlern interagierten und dabei eine ethnozentrische, teils rassenanthropologisch orientierte Variante von 'Bevölkerungsgeschichte' zu tradieren suchten. Demgegenüber bauten Historiker (wie z.B. Köllmann), die ihre Laufbahn erst nach 1945 begannen, ihre Arbeiten zwar häufig auf 'makrostrukturellen' Traditionen deutscher Bevölkerungswissenschaften auf. Gerade Köllmann aber trug, begünstigt durch seine internationalen Kontakte, maßgeblich zu einer begrenzten methodologischen Öffnung der historischen Bevölkerungsforschung bei. Den theoretischen Rahmen des deutschen Nationalstaats, auf dem sein Zugang zu 'Bevölkerungsgeschichte' beruhte, behielt er, wie im Artikel gezeigt wird, im Wesentlichen bei.