2007/01/01 by Ulf Christian Ewert, Ewert, Ulf Christian, Mathias Roehl +3
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paper · pdf · doi:10.12759/hsr.32.2007.4.122-150
openalex publication_date 2007/01/01 · openalex created_date 2025/10/10 · openalex updated_date 2026/08/04
Nahrungsmittelknappheit und Hungerkrisen waren ein wichtiger Faktor des Lebensstandards in vormodernen städtischen Gemeinwesen. Die Räte der Stadt versuchten üblicherweise, die sich bei solchen Ereignissen ergebende Marktdynamik durch Intervention unter Kontrolle zu halten. Unklar ist allerdings, ob damit der starke Anstieg von Nahrungsmittelpreisen und Löhnen tatsächlich langfristig gedämpft werden konnte. Mit einem Multi-Agenten-Modell, in dem in vereinfachter Form die wesentlichen ökonomischen Austauschbeziehungen einer vormodernen Stadt abgebildet sind, werden die Wirkungen von Markteingriffen der städtischen Obrigkeit bei Hungersnöten auf die langfristige wirtschaftliche und demographische Entwicklung simuliert. Marktintervention zeigt sich dabei grundsätzlich als eine Strategie, mit der die wohlfahrtsmindernde Wirkung einer Nahrungsmittelknappheit sehr wohl beschränkt werden konnte. Um allerdings zu verhindern, dass sich aus einer Nahrungsmittelknappheit eine Hungerkrise entwickelte, mussten Marktinterventionen zielgerichtet und in mehrere Märkte gleichzeitig erfolgen, ebenso wie sich ihr wohlfahrtserhaltender Effekt erst nach einiger Zeit entfaltete.