2004/01/01 by Holger Nehring, Nehring, Holger · 1 citation
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paper · pdf · doi:10.12759/hsr.29.2004.3.150-170
openalex publication_date 2004/01/01 · openalex created_date 2025/10/10 · openalex updated_date 2026/07/28
Die meisten Umwelthistoriker sind der Auffassung, dass die Gefahren der Kernenergie erst in den 1970er Jahren ins öffentliche Bewusstsein drangen. In den 1950er und 1960er Jahren habe demgegenüber eine 'Apokalypse-Blindheit' (Günter Anders) vorgeherrscht. Der Verfasser untersucht die Wahrnehmungen von Nutzen und Gefahren der Kernenergie im Rahmen der Proteste gegen Kernwaffen in Großbritannien und Deutschland in den späten 1950er und frühen 1960er Jahren mit dem Ziel, zu einer differenzierteren Einschätzung zu gelangen. Vor allem in Deutschland waren die Diskussionen über eine militärische Nutzung der Kernenergie ein Vorläufer der Umweltdebatte der 1970er und 1980er Jahre. Die zivile Nutzung der Kernenergie wurde demgegenüber zunehmend als Vorbote des Friedens gesehen.