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„Es wehte homerische Luft“ – Zur Antikenrezeption in den Werken Erhart Kästners von der Operation Merkur 1941 bis zum Kriegsende 1945

2025/04/24 by Klär, Timo
#Antikenrezeption #Erhart Kästner #Griechenlandbild #Nationalsozialismus #Reiseberichte

paper · doi:10.34679/thersites.vol20.273

Abstract

Der Artikel behandelt anhand mehrerer Werke Erhart Kästners das Griechenlandbild dieses Schriftstellers. Dieses schreibt sich in die allgemeinere Geschichte der deutschen Griechenland-Rezeption ein, die im 18. Jahrhundert begann und im 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreicht. Kästner versteht sich zwar als Teil dieser Tradition, aber verwirklicht mit seinem Griechenlandaufenthalt von 1941–1945 propagandistische Ziele der nationalsozialistischen Machthaber in Deutschland. Indem er sich bereit erklärt, für die Soldaten der deutschen Wehrmacht Bücher über seinen Aufenthalt zu verfassen, verschmilzt das traditionelle bildungsbürgerliche Griechenlandbild in den Beschreibungen Kästners mit rassistischen und nationalsozialistischen Elementen, sodass diese Bücher als Propaganda für den Krieg (Griechenland. Ein Buch aus dem Kriege) bzw. als Propaganda für das Bleiberecht der deutschen Besatzer in Griechenland (Kreta) wirken. Nach dem Krieg wurden die „anstößigen“ Passagen aus dem Text entfernt und die Bücher in der Weise umgearbeitet, dass sie bis heute als schöngeistige Reiseliteratur geführt werden. Dieser unkritische Umgang ist den Werken Kästners nicht angemessen; der Artikel will eine Grundlage für eine notwendige Kontextualisierung der beiden im Zweiten Weltkrieg entstandenen Werke Griechenland und Kreta leisten.

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