2023/09/17 by Kewitz, Sonja, Paul, Lea, Lindenberg, Katajun
paper · doi:10.18416/dsk.2023.1038
Hintergrund und Fragestellung Forschungsarbeiten konnten v.a. im Erwachsenenbereich zeigen, dass sich Betroffene der (Internet) Gaming Disorder je nach angewandtem Diagnosesystem (DSM-5 oder ICD-11) hinsichtlich Schweregrad der Symptomatik und verschiedenen Belastungsfaktoren unterscheiden. Der Vortrag soll die bisherigen Befunde auf das Kindes- und Jugendalter erweitern. Es wird diskutiert, warum eine Diagnose via ICD-11 konservativer ist als eine Diagnose via DSM-5 und welche Bedeutung das für die klinische Arbeit hat. Methoden In dieser Studie wurden die DSM-5 Internet Gaming Disorder (IGD) und ICD-11 Gaming Disorder (GD) verglichen, indem ihre Überschneidungen sowie ihre Beziehung zu Wohlbefinden (WB), gesundheitsbezogener Lebensqualität (HRQoL) und anderen psychischen Auffälligkeiten bewertet wurden. Ergebnisse Unter Verwendung der Anzahl der erforderlichen (I)GD-Kriterien, die in DSM-5 und ICD-11 für eine Diagnose angegeben sind, wurde in einer deutschen Schülerstichprobe (N=1.175) mittels Fragebögen in Selbstauskunft eine IGD-Prävalenz von 8.1% und eine GD-Prävalenz von 0.5% festgestellt. Dabei erfüllen alle Schüler:innen mit GD auch die Kriterien für IGD. Diskussion und Schlussfolgerung Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die hohe Diagnoseschwelle für GD Jugendliche mit schwereren (I)GD-Symptomen und mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für auffällige WB- und HRQoL-Werten im Vergleich zur Nur-IGD-Gruppe Gruppen erfasst. Offenlegung von Interessenskonflikten sowie Förderungen Ich und die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten. Erklärung zur Finanzierung: BMBF