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Telemedizinische Möglichkeiten in der Antabussprechstunde

2023/09/17 by Krisam, Yvonne, Koopmann, Anne, Kiefer, Falk

paper · doi:10.18416/dsk.2023.1064

Abstract

Hintergrund und Fragestellung Die Vergabe von Disulfiram erfordert einen hohen zeitlichen Aufwand nicht nur von Seiten der Behandler*innen, sondern auch von Seiten der Patient*innen. Dieser Zeitaufwand führt zu einer Minderversorgung verschiedener Patientengruppen. Lange Anfahrtswege, Ausübung eines Berufes und familiäre Verpflichtungen können Gründe für Patient*innen sein die Einnahme von Disulfiram abzulehnen. Alleinige regelmäßige Telefonkontakte stellen kein ausreichendes Versorgungsangebot dar. Methoden Der Einsatz telemedizinischer Möglichkeiten im Rahmen einer Antabussprechstunde soll die Versorgung bisher unterversorgter Patient*innengruppen möglich machen. Ziel dieser Studie ist es ein neuartiges Gerät zur telemedizinischen Supervision zu evaluieren. Der Zenalyser misst in der Atemluft Stoffwechselprodukte des Disulfiram-Stoffwechsel sowie Ethanol. Diese Daten werden über eine automatisierte mail den Behandler*innen zugesandt. Durch die Abgabe einer täglichen Probe ist eine engmaschige Supervision der Patient*innen möglich. Die Behandler*innen haben zudem die Möglichkeit den Patient*innen Nachrichten per mail oder sms zukommen zu lassen. Setzen die Behandler*innen zudem (video-)telefonische Kontakte ein, können eine engmaschige Supervision mit therapeutischen Interventionen auch über zeitliche und räumliche Distanzen kombiniert werden. Ergebnisse Die aktuelle Studie soll die Akzeptanz des Zenalysers bei den Patient*innen untersuchen. Die Regelmäßigkeit der Nutzung durch die Patient*innen, Handling, Behandlungskontinuität und Rückfälle sollen evaluiert werden. Insbesondere erscheint wichtig zu sein, ob Rückfälle zeitnah durch die Behandler*innen erkannt werden und telemedizinische Möglichkeiten ausreichend sind den Patient*innen durch Einleiten verschiedener Interventionen wieder zur Abstinenz zu führen. Zudem soll die Qualität der Kontakte durch die Patient*innen evaluiert werden. Diskussion und Schlussfolgerung Berufstätigkeit, Familie mit kleinen Kindern oder weite Distanzen zu Behandlungszentren können Gründe sein, dass trotz einer Indikation zu einer Disulfiram-Behandlung, eine Behandlung nicht begonnen wird. Es fehlt an telemedizinischen Interventionen, welche die Supervision der Disulfiram-Behandlung unterstützen. Hier soll ein neuartiges Gerät Unterstützung bieten. Dieses Gerät kann die Einnahme des Disulfirams per mail an die Behandler*innen melden. Therapeutische Intervention erfolgen per mail, sms oder (Video-) Telefonie. Diese Flexibilität in der Behandlung kann weiteren Patient*innengruppen, bei ähnlichen Supervisionsmöglichkeiten, eine Therapie ermöglichen. Offenlegung von Interessenskonflikten sowie Förderungen Ich und die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten. Erklärung zur Finanzierung: ZI Mannheim

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