2023/11/15 by Merkel, Janet
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paper · doi:10.14279/depositonce-19440
Proberäume als Räume der Musikwirtschaft erhalten bislang nur wenig Aufmerksamkeit, ob in der wirtschaftsgeografischen Forschung oder in infrastrukturellen Maßnahmen zur Unterstützung kultureller Produktion in Städten. Dabei erleben viele Städte eine strukturelle Verknappung von künstlerischen Arbeits- und Probenräumen durch Nutzungskonkurrenzen mit dem intensivierten Wohnungs- und Büroneubau in gegenwärtigen Stadtentwicklungsprozessen. Insbesondere die preiswerten lärmintensiven Nischen in ehemaligen Industrie- und Gewerbebauten verschwinden zunehmend. Der Artikel diskutiert Proberäume als kritische Infrastrukturen musikalischer Produktion und identifiziert verschiedene Aspekte für eine infrastrukturelle Förderung in den Städten. Der Grundlage des Artikels sind eine Literaturauswertung sowie sekundäranalytische Auswertungen aktueller Umfragen und Erhebungen zu Proberaumbedarfen unter Berliner Musikschaffenden von 2014 und 2021 durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und das Musicboard sowie verschiedene Planungen und Beteiligungsverfahren zu künstlerischen Arbeitsräumen in Berlin. Dabei wird deutlich, dass die Verfügbarkeit, Bezahlbarkeit und die Angemessenheit von Proberäumen für Musikschaffende zu den zentralen Herausforderungen zählen und Städte bislang kaum Antworten auf die wachsende Raumkrise für künstlerische Arbeits- und Probenräume entwickelt haben.